Einordnung Größenklasse Jahresabschluss

Die Einordnung in die jeweilige Größenklasse gem. §§ 267267a HGB entscheidet für nicht über den Umfang des zu erstellenden Jahresabschlusses im Hinblick auf Bilanz-und GuV-Gliederung, des Anhangs sowie des Lageberichts.

Sofern die Gesellschaft in die Größenklassen mittelgroß und groß einzustufen ist besteht eine Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlusses.

Welche Unterscheidung in Größenklassen gibt es für den Jahresabschluss?

Für den Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften (sowie gleichgestellt Personengesellschaften nach § 264a Abs 1 HGB) werden die folgenden 4 Größenklassen unterschieden.

  1. Kleinstkapitalgesellschaft
  2. Kleine Kapitalgesellschaft
  3. Mittelgroße Kapitalgesellschaft
  4. Große Kapitalgesellschaft

Nach welchen Kriterien werden die Größenklassen unterschieden?

Erstens ist bereits die Beantragung der Zulassung zu einem organisierten Markt bis zum Bilanzstichtag ausreichend, dass die Kapitalgesellschaft als groß einzustufen ist.

Zweitens erfolgt darüber hinaus die Einstufung der Größenklassen nachfolgenden drei Merkmalen

  1. Bilanzsumme
  2. Umsatzerlöse
  3. Arbeitnehmer

Zu beachten ist, dass gem. § 267 HGB die Rechtsfolgen der Merkmale nur ein Treten, wenn

  1. mindestens zwei der drei Merkmale
  2. an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren über- oder unterschritten werden.

Wie sind die wertmäßigen Merkmale definiert?

Merkmale Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer
klein ≤ 6.000.000 Euro ≤ 12.000.000 Euro Ø ≤ 50
mittelgroß 6.000.000 Euro < Bilanzsumme ≤ 20.000.000 Euro 12.000.000 Euro < Umsatzerlöse ≤ 40.000.000 Euro 50 < Ø AN ≤ 250
groß Bilanzsumme > 20.000.000 Euro Umsatzerlöse > 40.000.000 Euro Ø AN > 250

 

Eine kleine Kapitalgesellschaft ist gleichzeitig eine Kleinstkapitalgesellschaft, wenn mindesten zwei der drei folgenden Merkmale an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren im Sinne des § 267a Abs. 1 HGB nicht überschritten werden:

  1. 000 Euro Bilanzsumme (nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags),
  2. 000 Euro Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag und
  3. im Jahresdurchschnitt 10 Arbeitnehmer.

Welche Pflichten zur Veröffentlichung eines Jahresabschlusses gibt es?

Kleinstkapitalgesellschaft Kleine Kapitalgesellschaft Mittelgroße Kapitalgesellschaft Große Kapitalgesellschaft
Möglichkeit der Hinterlegung des Jahresabschlusses (§ 326 Abs. 2 HGB) anstelle der Offenlegung (§ 325 HGB) Offenlegung (§ 325 HGB) Offenlegung (§ 325 HGB) Offenlegung (§ 325 HGB)
mindestens offenlegungspflichtige Unterlagen: Bilanz und Angaben unter der Bilanz (§ 264 Abs. 1 Satz 5 HGB) mindestens offenlegungspflichtige Unterlagen: Bilanz (vgl. § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB) und Anhang, jedoch ohne die GuV betreffenden Angaben (vgl. § 326 Abs. 1 HGB) Bilanz, GuV, Anhang und Lagebericht als offenlegungspflichtige Unterlagen Keine Erleichterungen
Bilanz in verkürzter Form (§ 327 Nr. 1 HGB)
Anhang ohne Angaben nach § 285 Nr. 2 und 8 Buchst. a, Nr. 12 HGB (§ 327 Nr. 2 HGB)

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Befreiung von der Offenlegung des Jahresabschlusses erfolgen.

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